Skulpturenweg 2021 | © © Florian Koenig

Kunst von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung

Skulpturenweg

Network of Arts führt und kuratiert im Auftrag der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL den Skulpturenweg

Der Skulpturenweg ist eine weitere Initiative der SSBL, die es der Stiftung ermöglicht, dreidimensionale und grössere Werke der hauseigenen Künstler auszustellen. Während die Malereien und Zeichnungen in der Galerie im Kloster oft Werke von einzelnen Künstlerinnen und Künstlern sind, sind es im Skulpturenweg mehrheitlich kollaborativ entstandene Werke einer ganzen Gruppe von Künstler/-innen. Unsere kreativen Bewohnerinnen, Bewohner und Tagesbeschäftigte erschaffen so in den Ateliers gemeinsam Kunst, arbeiten und lachen zusammen mit den Betreuer/-innen. Die Werke aus den Ateliers werden auch im Skulpturenweg mit Werken von Gastkünstler/-innen kombiniert ausgestellt, um einen grösseren Kontext zu schaffen.

Der Verkaufserlös der Werke der SSBL Künstler/-innen wird für die SSBL-Ateliers verwendet.

 

«Aufgewühlt»

6. Mai 2022 bis 15. April 2023

«Das Thema der neuen Ausstellung, welches «Aufgewühlt» lautet, spricht den Zeitgeist des vergangenen Jahres an. Durch diverse Ereignisse wurden bestehende Strukturen, Routinen, Selbstverständlichkeiten, und auch der normale Alltag aufgewühlt. In dieser Ausstellung, die in der Galerie im Kloster sowie im Skulpturenweg gezeigt wird, begegnen die gezeigten künstlerischen Positionen dem Thema auf unterschiedliche Art und Weise, durch die Formgebung, die zusammengesetzte Farben, inhaltlich oder durch Verweise an ihre materielle Beschaffenheit. Lassen Sie beim Betrachten der Ausstellung auch ihr letztes Jahr Revue passieren, und fragen Sie sich, wie es für Sie im aufgewühlt wurde. Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Rundgang.»

Vivienne Heinzelmann, Kuratorin Galerie im Kloster, Network of Arts

 

Öffnungszeiten
ab dem 6. Mai 2022

frei zugänglich auf dem Gelände in Rathausen

Ansprechperson

Vivienne Heinzelmann
Kuratorin Galerie im Kloster
E-Mail-Adresse
041 508 24 43

Über die Kunstwerke und die Künstlerinnen und Künstler

#1 Sitzende im Kreis - hp Hunkeler

Dieses Werk wurde, mit Hilfe einer Motorsäge, von dem Strunk eines Birnbaumes herausgearbeitet. Die Figuren, die in einem Kreis auf einem ausgehöhlten Sockel sitzen, nehmen alle eine gebückte Haltung ein. Die Kreisform suggeriert etwas Verbindendes, aber durch die gebückte Haltung der Figuren, scheinen sie sich auch voneinander zu isolieren. Jedoch lässt sich auch argumentieren, dass die Figuren einander Vertrauen: einem Feind dreht man selten den Rücken zu. Eine Spannung zwischen Isolation und Gemeinsamkeit entsteht.

hp Hunkeler

ca. 40 x 40 x 100 cm
Teil der SSBL Sammlung

#2 Sitzende mit Innenleben - hp Hunkeler

Der Mensch wird unwillentlich und andauernd von seinem Umfeld geprägt, und nimmt (unter)bewusst neue Erfahrungen, Ideen, Emotionen in sich auf. Er wird somit erst zu dem Menschen, der er ist, nach der Verinnerlichung all dieser Erfahrungen. Der kleine Mensch im Brustkorb der Skulptur, der das Innenleben darstellt, steht symbolisch für all die Probleme oder Erfahrungen, die von uns aufgenommen und ausgetragen werden. Vielleicht entdecken Sie ja beim Betrachten der Figur, dass Sie selbst auch gerade ein solches Innenleben in Sich tragen.

hp Hunkeler

ca. 30 x 30 x 140 cm
Teil der SSBL Sammlung

#3 Holzbücher - Julian Hess

Die Holzbücher von Julian Hess verbinden Natur und Kunst. Als Grundlage dienen abgeschnittene Scheiben eines Baumstammes. Die Holzrinde bildet den Buchrücken der Skulpturen. Die leuchtenden Farben bilden einen starken Kontrast zu den unbearbeiteten Stellen des Holzstückes, und verweisen somit auf die künstlerische Verwirklichung. Ähnlich wie bei der Skulptur von Daniel Chiquet, wird hier die Natur aufgewühlt. Dies passiert jedoch hier in den Kunstwerken selbst. Die Natur wird mit der Kunst und Farbe direkt im Objekt selbst aufgewühlt.

Julian Hess
Luzern
https://www.julianhess.ch/

Holz und Farbstift
30 cm x 22cm / 22cm  x 35 cm / 25 cm x 25 cm
CHF 200.- pro Stück

#4 Wind Licht - Markus K. Fritschi

Das Wind Licht von Markus K. Fritschi ist direkt von einem Prozess des Aufwühlens beeinflusst. Der Wind bringt die kinetische Skulptur zur Bewegung und dadurch wird die Wirkung deren entfaltet. Da die Skulptur von natürlichen Bedingungen beinflusst wird, ist die Bildwirkung davon täglich ein wenig anders. Durch die Formen, Farben, Lichter und Bewegung wird einerseits an die Natur erinnert, doch das Material des Metalls ragt klar als Fremdkörper heraus.

Markus K. Fritschi
Langenbrugg
http://en-art-gy.ch/

Metall, Aluminium und Acrylglas, LED-Lichter
4m x 1.1m Durchmesser
CHF 18'000.-

#5 SSBL Corona - P. S., Nehemie Kialunda, Yathavi Pandiyan, Sabrina Soffner

Der Corona-Ball, der von einer Gruppe im Atelier der SSBL entstanden ist, verweist einerseits thematisch, aber auch durch den visuellen Eindruck auf das aufgewühlte vergangene Jahr. Das Corona Virus hat viele Strukturen der Normalität aufgewühlt, und man musste sich in der Zeit neu orientieren. Visuell wurde diese Aufgewühltheit auch in dem Werk aufgegriffen. Die bemalten Holzstücke wurden beliebig mit Veloschläuchen verbunden und bildet als Ganzes jedoch eine klare, runde Struktur. Die Kunstschaffenden beschäftigen sich in diesem Werk klar mit einem aufgewühlten vergangenen Jahr auseinander.

P. S.
Meggen (1978)

Nehemie Kialunda
Luzern (2000)

Yathavi Pandiyan
Luzern (2001)

Sabrina Soffner
Emmen (1994)

mit Unterstützung von Franz Pauchard

Restholz bemalt, Veloschlauch
180 x c.a. 80 cm.
CHF 1’200.-

#6 Modigliani - Emilio Opromolla

Emilio Opromolla hat die Skulptur zwar selber kreiert, jedoch ist es eine Kopie einer schon bestehenden Figur des Künstlers Amedeo Modigliani. Der stilistisch interpretierte Kopf wühlt die natürlichen Formen eines Gesichtes auf. Zudem wird in dem Werk hinterfragt, was es heisst, Künstler von einem Werk zu sein. Auch wenn der Bildhauer das Objekt kopiert haben, ist dennoch seine persönliche Handarbeit im Werk fest verankert. Auch hier hebt sich die weisse Skulptur stark von der Umgebung ab, und bringt neue Farben und Formen in diese ein.

Emilio Opromolla
Emmen
http://www.bildhauer-rathausen.ch/index.php

Kalkstein S. Michelle
67cm x 17cm x 14 cm
CHF 8’000.-

#7 SSBL Stier - Marco Schürmann

Wenn man an einen Stier denkt, sieht man diesen als kraftvolles und imposantes Tier. Die Drähte, mit denen dieser Stier jedoch kreiert wurde, ähneln jedoch stark einer Linienzeichnung auf Papier. Hier wird nicht die Stärke des Tieres, durch die Verwendung von einem mächtigen Material, wie zum Beispiel Beton oder einem Metall Block, hervorgehoben. Vielmehr ermöglicht diese lückenhafte Technik, dass dem Stier eine Verletzlichkeit und Leichtigkeit verliehen wird. Es regt zum Denken an, dass auch die Stärksten unter Uns auch eine verletzliche und fragile Seite haben.

Marco Schürmann
Emmen (1985)

mit Unterstütung von Melanie Bürli

Eisendraht / Filzwolle, Zeitung, Klebeband, Feuer
50 x 50 x 40 cm
CHF 500.-

#8 Columna caelum - Daniel Chiquet

Die grosse blaue Skuptur von Daniel Chiquet ragt kräftig aus der Landschaft heraus. Mit den klaren geometrischen Formen, und der himmelblauen Farbe hebt sich die Skulptur stark von der umgebenden Natur ab. Die Skulptur selbst ist nicht aufgewühlt, sondern einer klaren Formgebung unterworfen. Setzt man diese jedoch in den Kontext, in der sie bei dem Skulpturenweg ausgestellt wird, wird die Natur durch den starken Kontrast aufgewühlt.

Daniel Chiquet
Allschwil (1945)
http://www.schmuck-kunst.ch/kunst/

Edelstahl, Einbrennlackiert
62cm x 222cm x 55cm
CHF 25'000.-

#9 Seilskulptur - Julian Hess

Eine Seilskulptur von Julian Hess wird auch in der Galerie im Kloster gezeigt. Versetzt man diese Skulptur in den Aussenraum, nimmt sie neue Dimensionen an. Einerseits werden die Seile und Taue in einen Kontext gesetzt, für den sie geschaffen wurden. Wegen der Witterung wird sich die Skulptur auch im Verlauf des Jahres etwas verändern. Die Anordnung der Schnüre ist teilweise einem Konzept unterlegen, jedoch auch von Zufall bestimmt. Die Skulptur bettet sich durch die organischen Formen in die umgebende Natur ein, hebt sich jedoch auch durch ihre Materialität davon ab.

Julian Hess
Luzern
https://www.julianhess.ch/

Seile und Taue
c.a. 150 cm hoch
Preis auf Anfrage

#10 Geborgenheit - Gottlieb Ulmi

Obwohl die imposante Skulptur aus Beton besteht, vermittelt sie keinen einschüchternden Eindruck. Vielmehr scheint die Skulptur eine schützende Funktion einzunehmen. Die vier Segmente wölben sich wie zu einem Gefäss zusammen und nach oben, und nehmen dadurch eine blütenähnliche Form an. Durch das Material wird klar auch eine Stärke und Bodenständigkeit sichtbar, die umschliessende Form der Skulptur lässt Bezüge zu Pflanzen herstellen. Das starke und bodenständige Material und die schützende Form vermitteln das Gefühl von Geborgenheit.

Gottlieb Ulmi

ca. 200 x 200 x 400 cm
Teil der SSBL Sammlung

#11 Bewegung-Licht-Raum-Transparenz-Berührung - 

Auch bei diesem Werk ist der Kontrast zwischen Material und pflanzlichen Formen der Umgebung zentral. Die in die Höhe ragenden Rippen erinnern auch an umliegende Baumstämme, und doch ist die Oberflächenstruktur ein totaler Kontrast zu den umgebenden Pflanzen. Die Lichtreflexion des Materials verleiht der Skulptur eine Lebendigkeit. Denn je nach Wetter und Position der Betrachter*in verändert sich das reflektierte Licht und damit auch die Erscheinung der Oberfläche. Diese nicht kontrollierbaren Einflüsse verleihen der eigentlich rigiden Form der Skulptur etwas Spielerisches.

John Grüniger

je ca. 10 x 20 x 100-400 cm
Teil der SSBL Sammlung

#12 Steingruppe - John Grüniger

Bei diesem Werk steht der Bezug zum Ort in klarem Fokus, denn Teile des Werkes wurden an Ort und Stelle gefertigt, um Bewohner/-innen und Betreuer/-innen einen persönlichen Bezug dazu zu geben. Es ist nicht nur ein Kunstobjekt zum Anschauen, sondern kann auch funktionell als Sitzgelegenheit genutzt werden. Je länger diese Steingruppe dort platziert sein wird, desto mehr wird sie selbst auch zu einem Teil der Umgebung. Obwohl der Menscheneingriff klar sichtbar ist, durch die scharfen Kanten und geschliffene Oberfläche, wird sich die Natur den Stein mit der Zeit auch wieder zurückholen.

John Grüniger

je ca. 60 x 120 x 40 cm
Teil der SSBL Sammlung

#13 Ascendenza - Emilio Opromolla

Diese Steinskulptur erinnert durch ihre hinaufsteigende Wirbelstruktur an das Thema des «Aufwühlens». Die Bewegung ist klar in der Form der Skulptur sichtbar. Auch die Oberflächenstruktur des Steines, die bei dieser Skulptur nicht behandelt wurde, ist durch die organischen Beeinflussungen erschaffen worden. Die Natur, mit all ihren Facetten, nahm somit auch am Entstehungsprozess des Steines Teil. Eine Zusammenarbeit zwischen dem Künstler und der Natur trug zu der Entstehung dieser Skulptur bei.

Emilio Opromolla
Emmen
http://www.bildhauer-rathausen.ch/index.php

Main Sandstein
126 cm x 23 cm x 16 cm
CHF 7'000.-

#14 Spiraloloid - Markus K. Fritschi

Das Spiraloloid scheint durch die Anordnung der Kreise das Thema des Aufwühlens einerseits anzusprechen, und doch hebt es sich klar davon ab. Da die Metallkreise klare Formen sind, und auch einem Anordnungsschema unterliegen, ist eine klare Struktur sichtbar. Das starke Material lässt sich auch nicht «aufwühlen». Trotzdem suggeriert das Wort «aufwühlen» auch eine kreisförmige Bewegung. Hier werden einerseits klare Strukturen und auch das Aufwühlen in der gleichen Skulptur thematisiert, ein spannender Kontrast entsteht.

Markus K. Fritschi
Langenbrugg
http://en-art-gy.ch/

Metall beschichtet, Farbe Gold
60cm x 60cm x 40 cm
CHF 3'600.-

#15 Corno - Emilio Opromolla

Diese Skulptur beeindruckt stark durch ihr Material. Der spezielle Stein, der dafür verwendet wurde, Persischer Travertin, ist selbst schon aufgewühlt. Die kleinen Strukturen, die im Stein sichtbar werden, wurden von organischen Bedingungen geformt, und weisen keine geometrischen Strukturen auf. Der Corno bettet sich somit durch sein natürliches Material optimal in die Natur ein. Da der Stein jedoch klar von menschlicher Hand geformt und geschliffen wurde, lässt sich auch hier die künstlerische Tätigkeit von Opromolla erkennen.

Emilio Opromolla
Emmen
http://www.bildhauer-rathausen.ch/index.php

Persischer Travertin
67cm x 17cm x 14 cm
CHF 4'500.-

 

Impressionen Skulpturenweg

Skulpturenweg 2021 | © © Florian Koenig
Skulpturenweg 2021 | © © Florian Koenig
Skulpturenweg 2021 | © © Florian Koenig
Skulpturenweg 2021 | © © Florian Koenig
Skulpturenweg 2021 | © © Florian Koenig

 

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