SSBL Porträt Lara Juen | © copyright by jutta vogel
Hinter den Kulissen

Räume im Atelier gestalten

Lara Juen arbeitet seit rund zehn Jahren bei der SSBL und seit vier Jahren als Fachangestellte Betreuung in der Arbeit und Beschäftigung. Ihr Arbeitsort ist aktuell vor allem das Atelier Malen im Kloster in Rathausen. Die 29-Jährige malt auch in ihrer Freizeit sehr gerne und liebt ihre Arbeit.

Leider sind jetzt (Anm. der Redaktion: Momentaufnahme von Januar 2021) die Ateliers aufgrund der aktuellen Situation für Tagesbeschäftigte geschlossen. Das ist schade, denn alles, was sie in letzter Zeit mit den Klienten/-innen entwickelt hat, könnte nach einer längeren Pause wieder vergessen sein.

Aber schaffen die Betreuerinnen und Betreuer es, individuelle Lebensräume in den Ateliers zu gestalten, damit sich alle wohlfühlen? «Alles ist natürlich nicht möglich», betont Lara Juen, «aber wo immer möglich, versuchen wir, auf die Wünsche und Möglichkeiten der Tagesbeschäftigten einzugehen.»

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Sie erzählt beispielhaft von der 20-jährigen Miriam*, die seit zwei Jahren fünf Tage die Woche zur SSBL kommt. Sie ist oft im Atelier Malen, da sie gerne zeichnet und malt. Trotzdem war der Start harzig, weil die Struktur im Atelier für Miriam nicht stimmte. So ist sie oft weggelaufen oder hat sich versteckt. Grundsätzlich war es zwar eher Spiel als Angst, trotzdem wollte Lara etwas ändern. In der Tagesbeschäftigung ist es eine der grössten Herausforderungen, Gruppen zusammenzustellen, die gut zusammenpassen. Da Miriam aufgrund ihrer autistischen Erkrankung Nähe nicht mag, haben die Betreuenden sie aus der Gruppe genommen und eine spezielle Ecke im Raum für sie eingerichtet. Dort kann Miriam ungestört an mehreren Bildern gleichzeitig arbeiten. In ihrem abgetrennten und damit eigenen Lebensraum fühlt sie sich schon viel wohler und die Arbeit mit Miriam trägt Früchte. Zum Beispiel hat Lara herausgefunden, dass Miriam gerne Gegenstände bemalt. So arbeitet Miriam nun an einer Holzskulptur für den neuen Skulpturenpark, der in Rathausen in Planung ist.

Dieses Beispiel zeigt, dass Beziehungsarbeit – auch in der Tagesbeschäftigung – sehr wichtig ist. Denn das Ziel in der Betreuung ist es, die Selbstständigkeit zu fördern und Weiterentwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Ohne Zeitdruck, damit Raum für neue Ideen entsteht. Es wundert deshalb nicht, dass Lara die Ausbildung zur Arbeitsagogin in Angriff genommen hat: «Ich freue mich sehr auf die Weiterbildung. Aber vor allem freue ich mich, wenn die Ateliers wieder mit den Tagesbeschäftigten belebt sind und ich die Arbeit mit neuen, kreativen Ideen weiterführen kann.» 

/ Conny König (Projektleiterin Marketing und Kommunikation)

*Name geändert

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24. Mai 2021 / Conny König
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