Berührungsängste abbauen

Felix Graf ist CEO der NZZ-Mediengruppe. Bis vor kurzem war er langjähriger Botschafter der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL.

Wir wollten von ihm wissen, was ihn zum Engagement bewegte und wie Medien Menschen mit Behinderung eine Stimme geben können.

Felix Graf, welches Statement möchten Sie in Ihrer Funktion als SSBL-Botschafter gegen aussen tragen?
Menschen mit schwerer Behinderung gehören zu unserer Gesellschaft. Ich wollte als Botschafter meinen Teil dazu beitragen, dass sie voll inkludiert sind, dass der Umgang respektvoll ist und dass ihnen Unterstützung und Chancen geboten werden.

Haben Sie selbst Kontakt zu Menschen mit Behinderung?
Ja. Das sind Personen aus meinem privaten Umfeld, und diese Begegnungen sind für mich sehr bereichernd: Der eigene Blickwinkel wird geöffnet, die Sensibilität gesteigert und ich darf die Situationen von Menschen mit Behinderung verstehen lernen.

Was ist das Wichtigste an der Kommunikation im zwischenmenschlichen Bereich, gerade wenn jemand eine schwere Behinderung hat?
Über das Thema soll offen und respektvoll gesprochen werden können, Ängste und Bedürfnisse dürfen nicht tabu sein.

Was und wie können die Medien dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderung eine Stimme bekommen?
Vorurteile und Berührungsängste können durch mediale Begegnungen abgebaut werden. Medien vermitteln Wissen zu Behinderungsbildern und Lebensumständen. Wichtig ist, dass auch Menschen mit Behinderung zu Wort kommen können, sei es in Schrift oder Bild. Dabei dürften auch die sozialen Medien eine gute Plattform sein.