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Die Schürmanns; eine grenzenlose Familiengeschichte

Im Fokus

Irmgard, Mitarbeiterin in der SSBL-Restauration, schreibt zusammen mit ihrem Mann Erich seit 43 Jahren an einer Familiengeschichte, deren Kitt aus Fröhlichkeit und Lebensfreude besteht, trotz vieler Herausforderungen.

Das Lächeln von Irmgard ist legendär. Sie verschenkt es grosszügig an Gäste, Klientinnen, Klienten und Mitarbeitende, wenn sie im Café Rathausen hinter dem Tresen steht. Sie hat die Stelle angenommen, weil sie dadurch in der Nähe ihrer beiden Kinder Marco (40) und Anja (36) sein kann, die beide seit dem Jahr 2012 bei der SSBL wohnen und arbeiten. Jedes zweite Wochenende verbringen sie im Elternhaus in Stans. Dadurch bleibt der Kontakt eng, Irmgard und Erich erhalten aber Freiräume für ihre Zweisamkeit, die bereits seit 43 Jahren besteht. Oft zusammen lachen ist der Tipp von Irmgard für eine lange und glückliche Ehe.


Gendefekt bei zwei von drei Kindern

Bei Marco und Anja wurde im frühen Kindesalter ein Gendefekt diagnostiziert. Für Irmgard und Erich ein herber Schicksalsschlag, den die beiden aber nicht trennte, sondern noch enger zusammenschweisste. Marco besuchte die Heilpädagogische Schule (HPS), Anja den offiziellen Kindergarten. Sie wechselte danach ebenfalls zur HPS. Beide gingen dort bis zu ihrem 18. Lebensjahr zur Schule. Im Jahr 2012 sind Anja und Marco nach Rathausen gezogen. Der Wunsch ging von Anja aus und Marco ging mit, obwohl er am Anfang skeptisch war. Für Irmgard war das ein logischer nächster Schritt, denn sie wollte, dass auch ihre Kinder sich vom Elternhaus ablösen, ausziehen und eigenständiger werden.

 

 

«Ich wünsche mir, dass Menschen mit Behinderung als vollwertige Mitglieder in unserer Gesellschaft wahrgenommen werden, ohne dass ihre Behinderung tabuisiert wird.»

Irmgard Schürmann, Mitarbeitende Restauration

 


Aufmerksamkeit und Liebe gleichmässig verteilt

Irmgard und Erich akzeptieren, dass ihre Kinder Marco und Anja öfters an Grenzen stossen als Kinder ohne Behinderung. Die Schürmanns konzentrieren sich jedoch auf das, was möglich ist und wenn Grenzen für sie unüberwindbar sind, dann gelangen sie als Familie auf anderen Wegen zum Ziel. Alex, der älteste Sohn ist vom Gendefekt nicht betroffen. Irmgard und Erich haben ihre Aufmerksamkeit und Liebe so gut wie möglich auf alle drei Kinder fair aufgeteilt. Sie freuen sich, dass die Bindung zwischen Alex und seinen Geschwistern eng geblieben ist. Alle drei Kinder geben ihren Eltern viel an Zuneigung zurück und schreiben weiter an der grenzenlosen Familiengeschichte der Schürmanns.


Ein gutes Umfeld ist das A und O

Die Herausforderungen, die Eltern mit zwei Kindern mit Gendefekt prästieren müssen, sind mannigfaltig und nicht einfach. Irmgard und Erich sind immer offen damit umgegangen. Grenzüberschreitenden Ratschlägen in der Öffentlichkeit haben sie freundlich, aber bestimmt Paroli geboten, Fragen hingegen immer beantwortet. Schürmanns dürfen sich auf ein stabiles Umfeld aus Verwandten und Freunden verlassen und haben dadurch ein starkes Fundament, dass ihnen viel Kraft gibt. Sie wünschen sich, dass Menschen mit Behinderung als vollwertige Mitglieder in unserer Gesellschaft wahrgenommen werden, ohne dass ihre Behinderung tabuisiert wird. Einer Integration von Menschen mit Behinderung in die Regelschule können sie nichts abgewinnen. Sie empfehlen die HPS, da ihre Kinder dort gute Erfahrungen gemacht und viel gelernt haben, was für ihr Leben bereichernd ist.

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