Die SSBL verpflichtet sich der UN-Behindertenrechtskonvention. Sie ist der Kompass für unser Handeln und bildet eine wichtige Grundlage der Strategie 2030. Daraus ist auch das agogische Rahmenkonzept entstanden.
Es beschreibt, welche Haltung die Arbeit der SSBL prägt: Im Zentrum stehen die Klientinnen und Klienten mit ihren Bedürfnissen, Fähigkeiten, Wünschen und Rechten. Dabei geht es um Selbst- und Mitbestimmung, Teilhabe, Schutz, Lebensqualität und eine professionelle Beziehungsgestaltung. Die UN-BRK ist auch in der Strategie 2030 als zentrale Grundlage verankert, insbesondere mit Blick auf mehr Teilhabe, Wahlfreiheit und Selbstbestimmung.
Das agogische Rahmenkonzept gilt nicht nur für Fachpersonen in der direkten Begleitung, sondern für alle Mitarbeitenden der SSBL. Darum werden die Workshops für unterschiedliche Berufsgruppen angepasst durchgeführt. Mitarbeitende aus Administration, Reinigung, Gastronomie oder Technik arbeiten mit anderen Beispielen als Mitarbeitende aus Wohnen, Arbeit und Tagesstruktur. So wird sichtbar, was agogisches Handeln im jeweiligen Arbeitsalltag bedeutet und welche Situationen im eigenen Umfeld entstehen können.
Eine Kursteilnehmerin sagt nach dem Workshop:
«Ich habe viel gelernt und neue Sichtweisen gehört. Es war ein bereichernder Kursnachmittag und ich kann vieles mitnehmen. Gewisse Dinge werde ich künftig mehr hinterfragen und auch anders angehen.»
Agogisch handeln heisst, Menschen ernst zu nehmen, Wahlmöglichkeiten zu schaffen, Grenzen transparent zu erklären und gemeinsam tragfähige Lösungen zu suchen. Das betrifft nicht nur die Wohngruppe oder das Atelier. Auch im Café, am Empfang, in der Reinigung oder in der Administration können Situationen entstehen, in denen Haltung, Kommunikation und ein gemeinsames Verständnis entscheidend sind.
Erste bereichsübergreifende Angebote für Klientinnen und Klienten sind bereits gestartet. Ein Beispiel dafür ist Marco Filippini aus einer Wohngruppe: Er konnte einen Vormittag lang in der Grossküche mithelfen und erhielt so einen Einblick in einen anderen Arbeitsbereich der SSBL. Solche Erfahrungen schaffen neue Möglichkeiten, fördern Begegnungen und machen Teilhabe im Alltag konkret erlebbar.
Diese gemeinsame Ausrichtung ist ein wichtiger Bestandteil der Strategie 2030. Die SSBL will Selbstbestimmung, Teilhabe und Lebensqualität von Menschen mit Behinderung weiter stärken. Dazu gehören flexible und durchlässige Angebote sowie die Förderung von Wahlmöglichkeiten für Klientinnen und Klienten. Damit dies gelingt, braucht es alle: bereichsübergreifend, hausübergreifend und mit einem gemeinsamen Verständnis für den Auftrag der SSBL.
Denn die Strategie 2030 wird nicht nur in Projekten umgesetzt. Sie zeigt sich im Alltag: in Begegnungen, Entscheidungen, Gesprächen und im Miteinander. Agogik ist deshalb keine Aufgabe einzelner Fachpersonen, sondern eine gemeinsame Haltung der ganzen SSBL.