«UNGEHINDERT»

Die Stiftung für Schwerbehinderte Luzern (SSBL) bietet in der Institution Arbeit und Beschäftigung in Rathausen interessierten Bewohnerinnen, Bewohnern und Tagesbeschäftigten in verschiedenen Ateliers sinnstiftende Tätigkeiten an, so zum Beispiel in den Ateliers Malen und Papier. Dank kreativer Arbeit entstehen in den Ateliers einmalige, sehr individuelle Kunstwerke in hoher künstlerischer Qualität.

Der Auftrag

In der Regel besteht für die Kunstwerke kein spezifischer Verwendungszweck. Eine andere Ausgangslage entstand jedoch 2018 durch den Auftrag, fünf SSBL-Besprechungsräume im Dachgeschoss des historischen Klostergebäudes in Rathausen mit Kunstobjekten auszustatten. Im Rahmen dieses Kunstprojekts konnten die Bewohnerinnen, Bewohner und Tagesbeschäftigten gemeinsam auf ein konkretes Ziel hinarbeiten. Dies war für alle Beteiligten eine neue, spannende und sehr motivierende Erfahrung.

Der Entstehungsprozess

Acht Bewohnerinnen, Bewohner und Tagesbeschäftigte sowie die Mitarbeitenden der Ateliers Malen und Papier waren rund ein halbes Jahr damit beschäftigt, sich mit der Aufgabe vertieft auseinanderzusetzen. Dass das Endprodukt später ausgestellt und von anderen Menschen betrachtet und kommentiert wird, war für sie sehr bedeutsam und ganz anders als der alltägliche Atelierbetrieb.

Jede Künstlerin und jeder Künstler wählte einen Besprechungsraum für ihre bzw. seine Kunstwerke aus. Die Mitarbeitenden begleiteten sie während des Entstehungsprozesses der unterschiedlichsten Werke lediglich in unterstützender und beratender Funktion. Zum Ende der Erarbeitungsphase wurden die entstandenen Bilder, Objekte und Installationen sortiert, beschriftet und im jeweiligen Besprechungsraum platziert.

In Verlauf dieses Prozesses kreierten die Künstlerinnen und Künstler selbst den Titel des Projekts: «UNGEHINDERT». Damit drückten sie ihr Bedürfnis aus, frei und ohne Barrieren oder Vorgaben Werke zu erstellen.

Die Vernissage

An der Vernissage, die wie das Projekt unter dem Titel «UNGEHINDERT» stand, wurden die geschaffenen Werke schliesslich präsentiert. Dabei übernahmen die Künstlerinnen und Künstler eine zentrale Rolle: Sie stellten dem Publikum ihre Arbeiten selbst vor. Auf dem anschliessenden Rundgang durch die Räume kamen die Gäste und die Künstlerinnen und Künstler ins Gespräch. Das Ganze wurde feierlich umrahmt mit einem Apéro und musikalischer Begleitung von Mitarbeitenden.

Das gesamte Projekt war ein grosser Erfolg, alle involvierten Personen erlebten grosse Teilhabe, viel Wertschätzung, Freude und Motivation.

  • Künstlerinnen und Künstler: Helena Baumeler, Anton Blum, Sylvia Ann Hefti, Peter Marfurt, Bruno Schärli, Hans Sidler, René Steudler, Eva Wyss

  • Beteiligte Mitarbeitende: Sabine Frank, Andrea Heurteur, Daniela Hostettler, Veronica Kuner, Margrit Schweizer

  • Musikalische Begleitung: Joel Aregger, Charlie Oberson, Pascal Roth

  • Koordination Projekt / Text: Claudio Checchia

Mehr spannende Projekte finden Sie unter disg.lu.ch