Regula Mühlemann zu Besuch in Rathausen

Die Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL lädt am Samstag, 23. Juni ab 17 Uhr zu einem exklusiven Gespräch mit Regula Mühlemann, Luzerner Opern- und Konzertsängerin, und dem Fotografen und Buchautor Manuel Bauer. Mit der SSBL-Hausband und Bernhard Hörler an der Kirchenorgel. Der Eintritt ist frei, die Kollekte dient der Renovation von Kirche und historischer Goll Orgel.

Musik verbindet

Regula Mühlemanns Schwester wurde mit dem Down-Syndrom geboren, Manuel Bauers Sohn Yorick kann weder reden noch gehen. Der langjährige Hof-Fotograf des Dalai Lama hat letztes Jahr das Buch «Brief an meinen Sohn» veröffentlicht. Sein Untertitel gibt auch den Fokus des Zwiegesprächs vom 23. Juni in der Klosterkirche Rathausen und damit am Hauptsitz der SSBL vor: «Von der Liebe zu einem behinderten Kind.»

Berührender Brief
Yorick hat sekündlich Störungen in seinem Hirnströmen und täglich grössere und kleinere epileptische Anfälle, die grösseren fahren in die Muskeln, und sein ganzer Körper verkrampft sich. Bauers «Brief an meinen Sohn» ist ein spontaner und emotionaler Bericht über das Leben mit seinem Sohn, den er liebt, eine berührende Nachricht aus der Randzone unserer perfektionierten Leistungsgesellschaft. Manuel Bauer wird zum Gespräch über seinen Brief auch aus dem Brief vorlesen.

Botschafterin der SSBL
Die Konzert- und Opernsängerin Regula Mühlemann, eben noch im wunderbaren Dokumentarfilm «Der Klang der Stimme» im Kino zu sehen, ist SSBL-Botschafterin. Sie sagt zu ihrem Engagement: «Als Schwester einer jungen Frau mit Down-Syndrom kenne ich die SSBL und ihre Institutionen. Was mich neben den Begegnungen mit Menschen mit Behinderung immer am meisten beeindruckt ist die Geduld der Betreuungspersonen. Mit wie viel Einfühlungsvermögen sie auf die Bewohnerinnen, Bewohner und Tagesbeschäftigten eingehen, rührt mich sehr. Dieser Arbeit gilt mein grösster Respekt und tiefe Bewunderung.»

Bezaubernde Stimme
In einem feinfühligen Porträt schrieb die NZZ über Regula Mühlemann: «Ihre Kindheit verbrachte sie in einer musikalischen Familie im luzernischen Adligenswil. Ihre Mutter besass eine grosse Plattensammlung mit Pop, Rock und Klassischem, und in der Familie wurde viel gesungen. Eine wichtige Rolle spielte die Luzerner Kantorei, wo die Gymnasiastin mit der grossen geistlichen Musik in Kontakt gekommen ist. Der Leiter der Kantorei konnte sie dann zu einer professionellen Sängerinnen-Laufbahn bewegen, und so entschloss sie sich zu einem Studium bei Barbara Locher an der Musikhochschule Luzern.» Heute bereist Regula Mühlemann als gefeierte Sopranistin die Welt, glänzt in Paraderollen in den angesagtesten Opernhäusern genauso wie sie in Liederabenden mit renommierten Orchestern begeistert. Ihre Stimme ist ein Juwel, ihr Besuch zum intimen Gespräch in der Klosterkirche Rathausen ein Glücksfall.

Medienmitteilung Regula Mühlemann (PDF)