Geschichte der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL

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Es war ein langer und beschwerlicher Weg, bis die SSBL am 16. November 1971 vom Kanton Luzern, dem Verein der Eltern und Freunde Geistig Behinderter (heute insieme), der Schweizerischen Vereinigung zugunsten Cerebral Gelähmter Kinder, Regionalgruppe Zentralschweiz und der Pro Infirmis gegründet werden konnte. Zwar wurden behinderte Kinder und junge Erwachsene im Kanton Luzern schon seit 1904 heilpädagogisch geschult und gefördert. Mit Inkrafttreten des Invalidenversicherungsgesetzes, das auch für erwachsene Menschen mit einer Behinderung Integrationsmassnahmen vorsah, wurde die Finanzierung breit abgestützt.
Politische Vorstösse und soziale Organisationen forderten 1964 Anlehrwerkstätten, geschützte Arbeitsplätze und Wohnheime für "geistig und körperlich Invalide", was den Regierungsrat veranlasste, die heute noch bestehende Kantonale Fachkommission für Behindertenfragen einzusetzen. Mit Zustimmung des Luzerner Grossen Rates wurde auf dem Areal "Brändi" in Horw 1971 das erste Arbeitszentrum gebaut, das 70 Behinderte beschäftigte (Stiftung Brändi www.braendi.ch) . Noch fehlten aber Wohnheime und geschützte Beschäftigungswerkstätten für Menschen mit schwerer geistiger Behinderung, die den Anforderungen an einen Arbeitsplatz nicht erfüllen konnten. Elternverein, die kantonale Fachkommission und verschiedene Organisationen kamen deshalb überein, eine spezielle Stiftung für "Schwerstbehinderte" zu gründen. Dies gelang am 16. November 1971. Bereits ein Jahr später konnte mit dem "Eichwäldli" in Luzern die erste Beschäftigungsstätte eröffnet werden.
Der Bedarf an Wohn- und Beschäftigungsplätzen nahm laufend zu, so dass weitere Wohngruppen realisiert werden mussten. 1983 konnten die leer stehenden Gebäulichkeiten im ehemaligen Kinderdörfli Rathausen von der SSBL genutzt werden. Rathausen wurde zum Geschäftssitz der SSBL. 1985 nahm der erste vollamtliche Geschäftsführer seine Arbeit auf. Aber erst die Einführung des kantonalen Heimfinanzierungsgesetzes per 1. Januar 1987 brachte für die Stiftung finanzielle Sicherheit. Die Namensänderung von der Stiftung für Schwerstbehinderte zur Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL erfolgte im Jahre 1990.
21 Jahre nach der Stiftungsgründung im Jahre 1992 konnte in Wolhusen das erste neu gebaute Wohnheim der Stiftung eröffnet werden.

1971 Gründung Stiftung für Schwerstbehinderte
1972 Eröffnung Tagesstätte Eichwäldli, Luzern (Umzug 2006 in WH Eichwäldli)
1978 Eröffnung Tagesstätte Kommetsrüti, Wolhusen (Umzug 2005 in WH Wisstanne)
1978 Eröffnung Wohngruppe Linde, Gunzwil (Verkauf 2001, Umzug in WG Striterhof, Pfaffnau)
1982 Eröffnung Wohngruppe Villa Stäge, Horw
1985 Integration Heilpädagogisches Kinderheim Weidmatt (gegründet 1952)
1985 Eröffnung Wohngruppe Casa Macchi, Willisau
1986 Eröffnung Wohngruppe Matthofgarten, Luzern
1986 Eröffnung Wohngruppe Brisen - heute Arbeit und Beschäftigung
1987 Eröffnung Wohngruppe Blochwil, Menznau
1987 Eröffnung Wohngruppen Rigi und Stanserhorn, Rathausen (Umzug 1994 in WH Rothorn)
1988 Eröffnung Tagesstätte Rathausen
1988 Eröffnung Wohngruppe Dietschiberg, Rathausen (Umzug 1995 in WH Titlis)
1989 Eröffnung Tagesstätte Sursee (1992 Auflösung, Wechsel Wohngruppe Hochstudhuus)
1989 Eröffnung Wohnheim Lindenberg bzw. Albis (mit zwei Gruppen), Rathausen
1990 Eröffnung Wohngruppe Lutherehüsli, Zell (2002 Umzug in WG Luthernmatte, Zell)
1990 Eröffnung Wohngruppe Wechslerhus, Willisau
1991 Eröffnung Wohngruppe Erlen, Emmenbrücke (Umzug 2008 in WHS Hitzkirch)
1991 Eröffnung Wohngruppe Bruderklausenheim, Kastanienbaum (Umzug 2006 in WHS Eichwäldli)
1992 Eröffnung Wohngruppe Hochstudhuus, Dagmersellen
1992 Eröffnung Wohnheim Wisstanne, Wolhusen (3 Wohngruppen)
1993 Eröffnung Wohngruppe Moosweid, Buchrain
1994 Eröffnung Wohnheim Rothorn, Rathausen (u.a. Ersatz für WG Rigi und Stanserhorn sowie Ausbau auf 4 WG)
1995 Eröffnung Wohnheim Lindenberg (mit weiteren zwei Gruppen), Rathausen
1995 Eröffnung Wohngruppe Kleinfeld, Triengen
1995 Eröffnung Wohnheim Titlis (u.a. Ersatz für WG Dietschiberg sowie Ausbau auf 5 WG)
1996 Eröffnung Wohngruppe Bächli, Grosswangen (Umzug 2005 in WG Zuberhus, Hergiswil)
1998 Eröffnung Wohngruppe Hiltimatt, Hitzkirch (Umzug 2008 in WHS Hitzkirch)
2000 Eröffnung Wohnhaus Bad Knutwil mit WG Akelei und Sonnenblume
2001 Eröffnung Wohngruppe Striterhof, Pfaffnau
2002 Eröffnung Wohngruppe Reiden, Reiden
2002 Eröffnung Triva, ein gemeinsames Angebot von den Stiftungen Brändi und SSBL (www.triva-lu.ch)
2003 Eröffnung Wohngruppe Oberhof, Emmen
2005 Eröffnung Wohngruppe Zuberhus, Hergiswil b. Willisau (ersetzt WG Bächli, Grosswangen)
2005 Eröffnung Wohnhaus Gärtnerhüsli, Schüpfheim (2 Wohngruppen)
2006 Eröffnung Wohnhaus Eichwäldli, Luzern (2 Wohngruppen, 10 Tagesplätze), eine der beiden WG als Ersatz WG Bruderklausenheim
2007 Eröffnung Pavillon Rathausen mit öffentlichem Café (www.cafe.rathausen.ch)
2008 Eröffnung Lernateliers Weidring (Ergänzungsbau Kinderheim Weidmatt)
2008 Eröffnung Wohnhaus Hitzkirch (3 WG) ersetzt die bestehenden WG Hiltimatt und WG Erlen und schafft zusätzlich acht neue Wohnplätze

Heute verfügt die SSBL, verteilt auf das ganze Kantonsgebiet, über 41 Wohngruppen und diverse Tagesgruppen für erwachsene Menschen sowie ein Kinderheim. 402 Menschen mit schwerer geistiger Behinderung werden von 790 Mitarbeiter/innen (verteilt auf 495 Vollzeitstellen) begleitet und betreut.
Von 1971 bis 1993 präsidierte der jeweilige Vorsteher des Gesundheits- und Sozialdepartementes den Stiftungsrat (durch Regierungsrat Kennel und Fellmann).
Von 1993 bis 2004 hatte der frühere Grossrat und heutige Ständerat Konrad Graber das Präsidium inne und seit Februar 2004 ist die frühere Regierungsrätin Margrit Fischer-Willimann Präsidentin der SSBL.

Institutionen der SSBL