Einblick von Lenard: 365 Tage bei der SSBL

Lenard Pausa bei seiner Arbeit
Lenard Pausa bei seiner Arbeit
Lenard Pausa mit einem Bewohner
Lenard Pausa mit einem Bewohner

Vor genau einem Jahr hatte ich meinen ersten Arbeitstag bei der SSBL. Ich arbeite im Wohnhaus Rigi in Rathausen als Fachmann Betreuung. Viele in meinem Umfeld können sich unter dieser Berufsbezeichnung nicht viel vorstellen und haben nur vage Vorstellungen, wie mein Berufsalltag aussieht. Mit einem Rückblick auf die letzten 365 Tage möchte ich euch näherbringen, was mich an diesem Beruf fasziniert und weshalb mein Beruf zu meiner Berufung geworden ist.

 

Mein erster Arbeitstag am 1. März 2017 war taff. Alles war neu für mich: Als gebürtiger Basler musste ich mich erstmal an meinem neuen Wohnort Luzern zurechtfinden und dann galt es, viele neue Gesichter auf der Wohngruppe und die Prozesse innerhalb der SSBL kennenzulernen. Die fachlichen und methodischen Kompetenzen und erste Berufserfahrung brachte ich mit, aber der Alltag auf einer Wohngruppe mit Pflegeschwerpunkt hat doch von Anfang einiges von mir abverlangt. Sofern alles nach Plan verläuft - was eher selten der Fall ist - so sieht mein Tag in etwa so aus: Die Nachtwache informiert uns bei Arbeitsbeginn über den aktuellen Zustand aller zehn Bewohnerinnen und Bewohner auf der Gruppe. Es gibt einen Tagesplan für jede einzelne Person, die Medikamente werden gerichtet und wir starten mit der Morgenpflege. Nach dem Frühstück bringen wir die Bewohnerinnen in die Ateliers und es bleibt bis zum Mittag Zeit, um am Computer einige Arbeiten zu erledigen oder die Wohngruppe auf Vordermann zu bringen. Der Nachmittag verläuft sehr unterschiedlich, manchmal begleite ich jemanden auf einem Spaziergang oder wir gehen beispielsweise etwas einkaufen. Eine kurze Zeit draussen schätze ich sehr und tanke dabei Energie für die Abendzeit und das zu Bett bringen. Die eigene Energie richtig einzuteilen ist für mich etwas Zentrales in meinem Job. Auf der Wohngruppe sind die Personen während des ganzen Tages auf professionelle Unterstützung angewiesen und habe ich zu wenig Energie oder einen schlechten Moment, so übertrage ich das auch auf mein Gegenüber. Deshalb sind für mich der Ausgleich im Sport, eine ausgewogene Ernährung und eine gute Organisation im Berufs- und Privatleben sehr wichtig.

 

Hätte mir jemand nach der Schulzeit gesagt, dass die Ausbildung zum Fachmann Betreuung etwas für mich wäre, so hätte ich mir das damals nicht vorstellen können. Ich entschied mich zuerst für eine Ausbildung zum Fachmann Betriebsunterhalt, also eine völlig andere Richtung. In meinem Ausbildungsbetrieb kam ich in Kontakt mit Personen mit psychischen Beeinträchtigungen, entdeckte neue Fähigkeiten und wurde so auf die Ausbildung zum Fachmann Betreuung aufmerksam. Den Entscheid für diese Zweitausbildung habe ich noch nie bereut. Ich lerne täglich viel Neues, bin fachlich herausgefordert, komme auch mal menschlich an meine Grenzen, bleibe gezwungenermassen offen für Unerwartetes und habe das Privileg, die unterschiedlichsten Lebensgeschichten von Personen mitzuerleben und sie auf einem Teil des Weges zu begleiten. Vor vier Jahren wusste ich nicht, dass mein Beruf zu meiner Berufung wird - heute weiss ich es.

 

Lenard Pausa

Fachmann Betreuung

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