Inklusion im Betreuungsalltag

Alle Menschen sollen so wie sie sind in der Gesellschaft akzeptiert werden und ihr Leben mitbestimmen können, dies sieht das Paradigma der Inklusion vor. Was ganz selbstverständlich tönt, ist in der Betreuung von Menschen mit schwerer Behinderung eine besondere Herausforderung. Wie steht die SSBL zum Thema?  

 

Die SSBL stellt im aktuellen INSOS-Magazin ihre Haltung zum Thema Inklusion dar. Rolf Maegli plädiert im Artikel für eine differenzierte Debatte über Inklusion bei Menschen mit schwerer Behinderung. Hier ein Auszug aus dem Bericht (Info INSOS, Dezember 2013):

 

SSBL setzt auf Wahlmöglichkeiten

Rolf Maegli ist kein Gegner der UN-Behindertenrechts-
konvention. Im Gegenteil: «In der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern orientieren wir uns stark an den Werten der Konvention, also an Autonomie, Selbstbestimmung, Teilhabe und Inklusion. Die Konvention beinhaltet den Auftrag, sich auch als Institution ständig zu verbessern», betont der SSBL-Direktor. Auch deswegen lasse die SSBL in Rathausen 90 Plätze bauen. Davon werden allerdings nur 21 frisch geschaffen; die übrigen 69 Plätze ersetzen bestehende, die den heutigen Ansprüchen nicht genügen. «In Rathausen können die Bedürfnisse von Menschen mit schwerer Behinderung und zunehmender Pflegebedürftigkeit sowie mit profundem auto- oder fremdaggressivem Verhalten optimal berücksichtigt werden», betont Rolf Maegli.

 

Für eine differenzierte Debatte

«Mit dem Neubau setzen wir uns Kritik aus», sagt Maegli. «Kritiker werfen uns Separation vor.» Aber die SSBL führe auch weiterhin in 15 Gemeinden Wohngruppen. Er wehrt sich deshalb gegen eine «radikale, fundamentalistische Auslegung von Inklusion» und fordert eine «differenzierte Debatte», die auf die besondere Situation der Betroffenen Rücksicht nimmt. «Wenn die Umsetzung einer Idee wichtiger wird als die konkrete Situation der Betroffenen, wird aus einer Idee eine Ideologie. Dann besteht die Gefahr, dass man individuelle Bedürfnisse übergeht.» Bei Menschen mit schwerer Behinderung gehe es darum, sie zu befähigen, selber Entscheidungen zu fällen, und im Lebensalltag Auswahlmöglichkeiten zu schaffen. «Ihre Wünsche und Bedürfnisse müssen in Einzelanalysen systematisch erfasst werden und unser oberster Massstab sein», betont Maegli. Die SSBL sei diesbezüglich u.a. mit einem Modell individualisierter Leistungsplanung gut unterwegs.

 

 

Barbara Lauber, INSOS
www.insos.ch

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Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL
Rathausen · 6032 Emmen · 041 269 35 00 · info@STOP-SPAM.ssbl.ch

 

 

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